Ein Wort zu einem Vorwurf, der so gut wie alle Organisationen betrifft, die dem Elend der Streuner im Mittelmeerraum nicht ohne Vermittlung von Tieren in den Norden abzuhelfen wissen. Obwohl es für uns eine Selbstverständlichkeit ist, Hunde ausschließlich an geeignete Familien abzugeben, kursiert in der griechischen Öffentlichkeit das Gerücht, ausgeführte Tiere seien allesamt für deutsche Versuchsanstalten bestimmt.
Was wir als Tierschützer von Tierversuchen halten, werden Sie sich jedoch denken können: sie sind nicht nur grausam und lebensverachtend, sondern liefern obendrein im Gegensatz zu modernen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden irreführende Resultate. Wer gesicherte Informationen über dieses Problemfeld sucht, findet umfassende Aufklärung auf der Website der Ärzte gegen Tierversuche. In der dortigen Datenbank wird beispielsweise konkret nachgewiesen, wer wo in Deutschland an welchen Tierversuchen beteiligt ist. Das Ausmaß ist beklemmend.
Zu dem eingangs genannten Vorwurf erklärt Frau Dr. Corina Gericke von den Ärzten gegen Tierversuche indessen klipp und klar:

Leider werden immer wieder Gerüchte geschürt, Hunde aus südlichen Ländern würden in nördlichen Ländern im Labor landen. Ich halte dies für Deutschland und sehr wahrscheinlich auch für alle anderen westeuropäischen Länder für ausgeschlossen.

  • Das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass in Tierversuchen verwendete Tiere für diesen Zweck gezüchtet sein müssen. Ausnahmen sind möglich, beziehen sich aber hauptsächlich auf landwirtschaftliche Nutztiere und Wildtiere. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass eine deutsche Behörde eine Ausnahmegenehmigung für Versuche an Streunerhunden geben würde.
  • Außer Beagles und Foxhounds werden mitunter auch Mischlingshunde in Versuchen verwendet. Diese sind jedoch ebenfalls eigens für Versuchszwecke gezüchtete Tiere!
  • Für die allermeisten Tierversuche wird möglichst gleiches „Tiermaterial“ (wie es im lebensverachtenden Experimentatoren-Jargon heißt) gebraucht. Tiere mit unbekannter Vorgeschichte, unterschiedlicher Herkunft, Alter usw. sind unbrauchbar.

 

Ich denke, dass diese Gerüchte nicht versiegen, weil sich viele Menschen in den südlichen Ländern nicht vorstellen können, dass so viele Hunde in Deutschland ein schönes Zuhause finden können, vor allem, weil doch auch unsere Tierheime voll sind. Meines Wissens sind Hunde aus dem Süden in Deutschland sehr beliebt, leider oftmals zum Nachteil der einheimischen Tierheimhunde. Diese sind oft groß, Staffi, Schäferhund und/oder haben psychische Probleme. Südländer gelten dagegen als anspruchslos, dankbar, unkompliziert und sind dazu oft auch noch optisch äußerst ansprechend.

Zugegeben – wir sind dankbar für jeden „Griechen“, der im Norden ein neues Zuhause findet. Wir bemühen uns aber auch ständig um Abstimmung mit deutschen Tierheimen und freuen uns über die gute Zusammenarbeit.